Ohrakupunktur

Die Ohrakupunktur ist eine besondere Form der Akupunktur, bei der ausschließlich Punkte an der Ohrmuschel behandelt werden. Sie gehört heute zu den wichtigsten Reflextherapien der Naturheilkunde und wir sowohl als eigenständige Behandlung als auch ergänzend zur klassischen Körperakupunktur eingesetzt.

Ihre moderne Form wurde in den 1950er Jahren von dem französischen Arzt Dr. Paul Nogier entwickelt. Er beobachtete, das bestimmte Bereiche des Ohres mit unterschiedlichen Regionen des Körpers in Verbindung stehen. Aus diesen Beobachtungen entstand die Vorstellung des Ohres als sogenanntes Mikrosystem: Der gesamte Organismus spiegelt sich in der Ohrmuschel wider ähnlich wie auf einer Landkarte.

Wie wirkt Akupunktur?

Die Ohrmuschel ist reich an Nervenverbindungen und steht über verschiedene Hirnnerven in engem Kontakt mit dem zentralen Nervensystem. Durch die gezielte Reizung ausgewählter Punkte können regulierende Impulse an Gehirn, Rückenmark und vegetatives Nervensystem weitergeleitet werden.

Dadurch eignet sich die Ohrakupunktur besonders zur Unterstützung von Regulationsprozessen, zur Schmerzbehandlung sowie zur Harmonisierung des vegetativen Nervensystems.

Wie läuft eine Behandlung ab?

Zu Beginn werden die für Ihre Beschwerden relevanten Ohrpunkte ermittelt. Dabei können druckempfindliche Bereiche, spezielle Testverfahren oder die naturheilkundliche Befunderhebung genutzt werden.

Anschließend werden sehr feine Akupunkturnadeln in die ausgewählten Punkte gesetzt. Je nach Behandlungsziel verbleiben diese für einige Minuten bis etwa 30 Minuten am Ohr.

In manchen Fällen werden statt klassischer Nadeln auch kleine Dauernadeln oder Ohrsamen verwendet. Diese verbleiben für mehrere Tage auf der Haut und ermöglichen eine sanfte Weiterbehandlung zwischen den Terminen.

Wann kann eine Ohrakupunktur eingesetzt werden?

Die Ohrakupunktur hat sich insbesondere bei funktionellen Beschwerden, Schmerzzuständen und Störungen des vegetativen Nervensystems bewährt. Sie kann unter anderem unterstützend eingesetzt werden bei:

  • Schmerzen und Bewegungseinschränkungen des Bewegungsapparates

  • Akuten und chronischen Rückenbeschwerden

  • Nackenverspannungen und Nackenschmerzen (Zervikalgien)

  • Kreuzschmerzen mit Ischiasbeschwerden (Lumbalgien und Ischialgien)

  • Muskelbeschwerden und Muskelverspannungen, auch nach Verletzungen oder Überlastungen

  • Gelenkschmerzen und funktionellen Gelenkbeschwerden

  • Kopfschmerzen, Migräne und bestimmte Formen von Nervenschmerzen (Neuralgien)

  • Schwindelbeschwerden, insbesondere bei funktionellen oder wirbelsäulenbedingte Ursachen

  • Morbus-Meniere-Symptomatik und Gleichgewichtsstörungen

  • Allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder anderen Überempfindlichkeitsreaktionen

  • Funktionellen Störungen der Atemwege, des Verdauungssystems und des Urogenitaltraktes

  • Reizblase, häufigem Harndrang und funktionellen Blasenbeschwerden

  • Stressbedingten Beschwerden und vegetativen Dysbalancen

  • Innere Unruhe, Nervosität und Erschöpfungszuständen

  • Schlafstörungen

  • Psychovegetativen Befindlichkeitsstörungen